Mittwoch, 4.12.2019

Die Bedeutung von Bilderbüchern


Das Bilderbuch spielt bei der Entwicklung des Kindes eine wichtige Rolle.

Die ersten Bücher, mit denen Kinder in Kontakt kommen, sind in der Regel Bilderbücher. Durch die einzigartige Verknüpfung von Bild und Text wird die Aufmerksamkeit von Kindern geweckt und die Fantasie angeregt. Im Vorlesen eines Bilderbuches steckt enormes Potenzial, da folgende Bereiche gefördert werden:

– Sprachentwicklung (Wortschatz, Sprachverständnis, etc.)
– Vorstellungs- und Willenskraft
– Kreativität (Geschichte weitererzählen, erfinden, malen und basteln)
– Neugierde und Fantasie
– Konzentration und Zuwendung (Vermittlung von Geborgenheit)
– Gedächtnis und Wissensaneignung
– Emotionale Entwicklung (Ängste, Gefühle wahrnehmen und darüber sprechen)
– Sozialverhalten (Toleranz, Höflichkeit, Rücksichtnahme, Gleichberechtigung, Konfliktlösung, etc.)
– Selbstbewusstsein (Mut, Kritikfähigkeit, autonomes Handeln, etc.)

Im Kindergartenalltag sind die Unterschiede in der sprachlichen Entwicklung der einzelnen Kinder häufig sehr vielfältig und spiegeln die verschiedenen sprachlichen Anregungen und Förderungen durch die Familien in den ersten Lebensjahren wieder.

Die Bilderbuchbetrachtung erfordert auf eine spielerische Art und Weise grosse, geistige Leistungen von Kindern. Im Laufe der Zeit können die Kinder zunehmend zwischen Betrachten, Erkennen und Interpretieren differenzieren. Die kognitive Entwicklung ist eng mit der sprachlichen Entwicklung verknüpft.

Sehr hilfreich sind Bilderbücher und das gemeinsame Vorlesen auch für Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch. Auf den Erwerb einer Zweitsprache hat auch das sprachliche Umfeld einen ganz entscheidenden Einfluss.

Die Bilderbücher werden meistens zur Vermittlung eines bestimmten Themas gebraucht oder stehen im Kindergarten während des Freispiels wie auch zu Hause den Kindern zur Verfügung. Durch das „Sich Einfühlen“ in die Personen des Bilderbuches und das Nachvollziehen der Handlung werden die unterschiedlichen Gefühle, die im Text und Bild vermittelt werden, von den Kindern miterlebt. So lassen sich mit Hilfe von Bilderbüchern beispielsweise Angstsymptome bei Kindern verarbeiten. Das Kind wird nicht direkt mit dieser Angst konfrontiert, sondern kann über das Bilderbuch Strategien entwickeln, mit welchen es seine Ängste überwinden kann. Dabei lernt das Kind zum Beispiel über ein Bilderbuch, dass auch ein Held Angst haben kann und diese auch zeigen darf. Ebenso lassen sich mit Hilfe von Bilderbüchern Themen wie beispielsweise Umgang mit Wut, sich aus einer Gruppe ausgegrenzt zu fühlen oder andere auszugrenzen, vertiefen.

Das Vorlesen eines Bilderbuches als Abendritual
Das Vorlesen eines Bilderbuches bedeutet im Dialog mit dem Kind zu sein. Deshalb sollten auch Zwischenfragen erlaubt sein. Durch das Auseinandersetzen mit dem Kind auf emotionaler und verbaler Ebene erfährt man als Eltern, was das Kind zurzeit beschäftigt und was in ihm vorgeht. Das Kind schätzt während dem Vorlesen die Aufmerksamkeit, Geborgenheit und Zuwendung des Elternteils und ist zugleich ein dankbarer Zuhörer. Dadurch wird das Selbstbewusstsein gestärkt und man vermittelt ihm Sicherheit. Im Mittelpunkt soll dabei das gemeinsame Erleben und Erfahren des Bilderbuches stehen. Je lebendiger ein Buch vorgelesen wird, desto begeisterter ist das Kind.

Angebote in der Umgebung:

Gemeindebibliothek Reinach: http://www.bibliothek-reinach.ch
Buchhandlung Reinach: https://www.buchhandlung-reinach.ch
Jukibu: http://www.jukibu.ch
GGG Basel: https://www.ggg-basel.ch

 

Bildlegende:

Buch 1: Wir entdecken unseren Körper  –> Sachbuch
Buch 2: Bauernhof Wimmelbuch –> Sachbuch
Buch 3: Fantastisches Bilderbuch
Buch 4: Problemorientiertes Bilderbuch
Buch 5: Märchen Bilderbuch
Buch 6: Religiöses Bilderbuch