Spezielle Förderung

Die Schweiz ist heute mehr denn je ein Land mit einer ethnisch, kulturell, konfessionell und sozial vielfältigen Bevölkerung – diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Primarstufe Reinach wider. Im Zuge von Globalisierung, Einwanderung und Integration, gesteigerter Mobilität, demografischem Wandel, Individualisierung und Wertewandel hat die Vielfalt der Kulturen und der Lebensformen deutlich zugenommen.


Heterogenität ist Normalität – auch in unseren Klassenzimmern – unterschiedliche Voraussetzungen und Lernmöglichkeiten prägen den Schulalltag. Um als Gesellschaft bestehen zu können, müssen wir diese vorhandene Vielfalt an Herkunft, Glauben, Geschlecht, Behinderungen, Überzeugungen etc. anerkennen, wertschätzen und konstruktiv mit ihr umgehen. Bildung spielt dabei eine Schlüsselrolle – nur durch Bildung ist ein eigenverantwortliches, sinnerfülltes Leben und Teilhabe in einer sich stetig wandelnden Gesellschaft möglich.

ADL

Im Aumatt- und Fiechtenschulhaus werden seit dem Schuljahr 16/17 die 1. und 2. Klassen altersdurchmischt geführt. Die Kinder der 1. und 2. Klasse lernen gemeinsam und profitieren voneinander. Vor- und rückgreifendes Lernen ist möglich. In den Schulhäusern Reinacherhof, Surbaum und Weiermatt werden Jahrgangsklassen geführt.

Begabungs- und Begabtenförderung (BBF)

Die Begabungs- und Begabtenförderung findet primär in der Regelklasse durch individualisierenden Unterricht statt. Sollte dies nicht ausreichen, kann ein Kind am Begabtenförderunterricht (BBF) teilnehmen. Für beide Massnahmen sind Gespräche/Abklärungen mit den Eltern, der Klassenlehrperson, der Begabtenförderlehrperson, der Schulleitung und dem Schulpsychologischen Dienst Voraussetzung. Der Unterricht erfolgt durch eine speziell ausgebildete Fachperson.

DaZ – Deutsch als Zweitsprache

Fremdsprachige Kinder haben die Möglichkeit, einen sprachunterstützenden Unterricht (DaZ – Deutsch als Zweitsprache) zu besuchen. Dieser findet mindestens einmal pro Woche während der Kindergartenzeit statt. Der spielerisch gestaltete Unterricht erleichtert dem Kind den Zugang zu seinen deutschsprachigen Spielkameraden während der Kindergartenzeit. Das gemeinsame Spiel und der Kontakt auch in der Freizeit fördert das gegenseitige Verständnis für die verschiedenartigen Kulturen und die Besonderheiten der deutschen Sprache und hilft bei der späteren Eingliederung in die Primarschule. Mehrsprachige Kinder in einer Gross- oder Kleinklasse mit unzureichenden Deutschkenntnissen haben während drei Jahren Anrecht auf zusätzliche Förderung durch eine Fachlehrperson in Gruppen von zwei bis sechs Kindern.

Förderunterricht

Kinder mit besonderen Bedürfnissen im Lesen, Schreiben und Rechnen können den durch Fachlehrpersonen erteilten Förderunterricht besuchen. Die Eltern werden über die Organisation, etc. durch die Klassen- und Fachlehrperson rechtzeitig informiert. Kinder mit besonderen kognitiven Begabungen können auf Antrag einer kantonalen Fachstelle und nach Genehmigung der Schulleitung den Unterricht der Begabtenförderung besuchen. Erteilt wird dieser durch eine speziell ausgebildete Lehrperson.

INSO-Klassen

Wenn Schüler/innen in Regelklassen eine umfassendere Betreuung benötigen, werden sie in einer „Integrativen Sonderschulklasse“ gefördert; in diesen INSO-Klassen wird individuell entschieden, wie hoch der zusätzliche Unterstützungsbedarf ist. Da die INSO Klassen durch den Kanton finanziert werden, wird die Fachstelle für Sonderpädagogik (im Amt für Volksschulen) sowie die Schulleitung der Heilpädagogischen Schule bei der Umsetzung von Sonderschulmassnahmen einbezogen.

ISF (Integrative Schulungsform)

Mit der integrativen Schulungsform können Kinder mit besonderen Bedürfnissen im Lern-, Leistungs- und Sozialbereich, die aber dennoch vom Miteinander in der Grossgruppe profitieren, im Regelklassenunterricht integriert werden.
Die Kinder mit einem ISF-Status besuchen den Unterricht in der Regelklasse und werden - je nach Antrag durch die kantonale Fachstelle (VHPD, SPD oder KJP) und den Entscheid der Schulleitung - von der schulischen Heilpädagogin/dem schulischen Heilpädagogen bzw. der schulischen Sozialpädagogin/dem schulischen Sozialpädagogen gefördert. Die Förderung findet je nach Situation im Regelunterricht, in kleinen Fördergruppen oder alleine statt. Die Kosten für den ISF-Unterricht trägt die Gemeinde.

Integrationsklasse für Fremdsprachige

Jedes Jahr ziehen Familien nach Reinach, welche keine oder nur sehr wenige Kenntnisse der deutschen Sprache haben. Um den Kindern die Integration in unseren deutschsprachigen Raum und in die Primar-stufe Reinach zu erleichtern, führen wir eine Inte-grationsklasse für Fremdsprachige. Diese Klasse besteht aus max. 13 fremdsprachigen Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 7 bis 13 Jahre und wird von zwei Lehrpersonen geführt, welche einen Grossteil der Zeit gemeinsam unterrichten und den Fokus auf den deutschen Spracherwerb legen. Die Kinder dieser Klasse haben Anrecht darauf, während höchstens einem Jahr in dieser Integrationsklasse für Fremdsprachige unterrichtet zu werden. Ziel ist jedoch eine möglichst schnelle Eingliederung in eine reguläre Klasse der Primarstufe Reinach. Sobald deshalb ein Kind genug Deutsch versteht und spricht, um am Unterricht einer Klasse seiner Stufe teilnehmen zu können, findet eine allmähliche Integration in diese künftige Klasse statt.
Nach dem Wechsel in eine reguläre Klasse haben die Kinder, welche aus der Integrationsklasse für Fremdsprachige kommen, während maximal weiteren drei Jahren Anrecht auf DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache). Dieser Weg, zugezogene Kinder aus aller Welt in unser Schulsystem schrittweise zuerst in die Integrationsklasse für Fremdsprachige und dann in eine reguläre Klasse zu integrieren, ist in der Primarstufe Reinach ein erfolgreiches Modell.

Integrative Unterstufe

Ab Schuljahr 16/17 werden alle Kinder mit heilpädagogischem Unterstützungsbedarf nach dem Kindergarten in die Regelklasse (Jahrgangsklassen oder AdL-Klassen) integriert.
Kinder, die Anspruch auf diese heilpädagogische Unterstützung haben, werden stundenweise von einer Schulischen Heilpädagogin im Rahmen des Klassenverbandes gefördert.

Kleinklassen

Für Schülerinnen und Schüler mit speziellen schulischen und sozialen Lernbedürfnissen gibt es Kleinklassen (mindestens 6, maximal 13 Kinder). Sie werden von heilpädagogisch ausgebildeten Lehrpersonen geführt, die gezielt auf die Probleme des einzelnen Kindes eingehen. Der Unterricht orientiert sich am Stufenlehrplan der Primarschule, unter Berücksichtigung heilpädagogischer Aspekte.

Logopädischer Dienst

Zeigt ein Kind Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung (in der gesprochenen und/oder der geschriebenen Sprache), in der Stimme oder im Redefluss, können sich Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen beim Logopädischen Dienst melden. Die Standorte befinden sich im Schulhaus Fiechten (auch Leitung) und an der Egertenstrasse und am Wiedenweg.

Separative Sonderschulung im Kanton Basel-Landschaft

Schüler/innen, die aufgrund ihrer Behinderung oder Beeinträchtigung nicht in Regelklassen unterrichtet werden können, haben die Möglichkeit in kantonalen Sonderschulen unterrichtet und gefördert zu werden. Diese separative Sonderschulung wird vom Kanton finanziert.

Vorschulheilpädagogischer Dienst (VHPD)

Der Vorschulheilpädagogische Dienst ermöglicht ein zusätzliches pädagogisches Angebot für alle Kindergartenkinder und ihre Bezugspersonen. Dieses richtet sich an Kinder mit besonderen Bedürfnissen, verzögertem Entwicklungsverlauf, Auffälligkeiten in verschiedenen Wahrnehmungsbereichen, an Kinder in Krisensituationen und an Kinder mit hohen Begabungen.

Der VHPD ist zudem Beratungsstelle für Einschulungs- und Schulübergangsfragen.